Der Bundesverband Druck und Medien kritisiert die Vorschläge der EU-Kommission zur Revision der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) als unzureichend. Die vorgesehenen Entlastungen für Unternehmen der nachgelagerten Lieferkette würden nicht konsequent umgesetzt und zentrale Herausforderungen der praktischen Umsetzung nicht lösen.
Der BVDM begrüßt die Bestrebungen der EU, die EUDR weiter zu vereinfachen, doch die am 4. Mai 2026 vorgelegten Vorschläge reichen aus Sicht des BVDM nicht aus, um die bürokratischen Belastungen nachhaltig zu reduzieren. Die Herausnahme von Druckerzeugnissen bestätigt, dass in der EU hergestellte Druckprodukte keine Treiber von Entwaldung oder Waldschädigung sind. „Wenn Papier nicht signifikant zur Waldschädigung beiträgt, müssen konsequenterweise auch die Regelungen für noch von der EUDR erfasste Druckerzeugnisse, wie etwa Verpackungen und Etiketten, weiter vereinfacht werden,“ fordert Kirsten Hommelhoff, Hauptgeschäftsführerin des BVDM.
Der BVDM unterstützt den Ansatz der EU-Kommission, die Sorgfaltspflichten auf den Beginn der Lieferketten zu konzentrieren. Die angestrebte Entlastung der nachgelagerten Lieferkette von Haftungsrisiken wird jedoch teilweise konterkariert, wenn ein von Dritten geäußerter Verdacht eine Kaskade nachträglicher Sorgfaltsprüfungen auslösen kann. „Wenn Unternehmen der nachgelagerten Lieferkette weiterhin mit umfangreichen Nachforschungs-, Dokumentations- und Haftungsrisiken konfrontiert werden, verfehlt die geplante Entlastung ihr Ziel“, erklärt Kirsten Hommelhoff. Und weiter: „Gerade kleine und mittelständische Betriebe dürfen nicht indirekt erneut mit bürokratischen Anforderungen belastet werden, weil größere Marktteilnehmer sich umfassend absichern wollen.“
In einer Stellungnahme erinnert der BVDM die EU-Kommission an dessen eigene Zusage, dass Unternehmen der nachgelagerten Lieferkette keine Verantwortung für mögliche Verstöße gegen die EUDR im Ursprungsland tragen sollen. Dafür müssten Registrierungs-, Dokumentations- und nachträgliche Sorgfaltspflichten für nachgelagerte Unternehmen abgebaut werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass größere Unternehmen in der nachgelagerten Lieferkette im Rahmen eines überschießenden „Risikomanagements“ detaillierte Informationen über Fragebögen und Lieferantenportale auch von kleinen und mittleren Zulieferern anfordern, um sich für nachträgliche Sorgfaltsprüfungen – und mögliche Verbote, Produkte in Verkehr zu bringen – abzusichern. Dies würde nahezu alle erreichten Vereinfachungen für nachgelagerte Unternehmen faktisch zunichtemachen und zu zusätzlichen bürokratischen Belastungen führen.
BVDM
Der Bundesverband Druck und Medien e. V. (BVDM) ist der Spitzenverband der deutschen Druckindustrie. Als Arbeitgeberverband, politischer Wirtschaftsverband und technischer Fachverband vertritt er die Positionen und Ziele der Druckindustrie gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und der Zulieferindustrie.