bvdm-Konjunkturtelegramm

Nachdem sich das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche zum Jahresende etwas aufgehellt hatte, trübte es sich im Januar wieder ein. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex fiel gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 2,5 Prozent auf 99,3 Punkte.

Damit lag er zwar sichtlich über seinem Vorjahresniveau. Allerdings notierte er nach wie vor unter seinem Vorkrisenniveau vom Februar 2020 – das Minus betrug 3,1 Zähler. Anhaltende Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern belasten die aktuelle Geschäftslage der Druck- und Medienunternehmen sichtlich und behindern ihre Produktionsaktivitäten zum Jahresbeginn stark.
Im Januar bewerteten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre zukünftige Geschäftsentwicklung schwächer als zum Jahresende. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex im Dezember noch um 1,9 Prozent gestiegen war, fiel er im Januar um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 98,1 Punkte. Zwar notierte der Index damit rund 20 Prozent über dem Vorjahresmonat, welcher noch von harten coronabedingten Einschränkungsmaßnahmen geprägt war. Allerdings lag er rund 3,7 Punkte unter dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. Anhaltende Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern behinderten zu Jahresbeginn die Produktionsaktivitäten der Druck- und Medienunternehmen sichtlich. So gaben 86 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie von Produktionsbehinderungen betroffen sind. Davon klagten 83 Prozent über den Mangel an Rohstoffen und Vormaterialien – ein Plus von 78 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund dieser Produktionshindernisse entwickelte sich die Kapazitätsauslastung im Januar rückläufig und lag mit 81,2 Prozent 1,1 Prozentpunkt unter dem langjährigen Januardurchschnitt.

Aufgrund der Ungewissheit bezüglich der Dauer der Lieferengpässe schätzten die Druck- und Medienunternehmen ihre für die nächsten sechs Monate erwartete Geschäftsentwicklung weniger zuversichtlich als noch im Dezember ein. Im Januar sank der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 1,6 Prozent auf 100,5 Punkte. Damit liegt der Index 3,4 Prozent über seinem Vorjahresniveau. Derzeit rechnen nur rund 10 Prozent der Unternehmen damit, dass ihre Produktion in den kommenden drei Monaten zulegen wird. Rund 14 Prozent gehen von einem Rückgang ihrer Produktionstätigkeiten aus. Der Großteil der Befragten erwartet keine Änderung des aktuellen Produktionsniveaus und rechnet daher auch nicht mit einer nennenswerten Abschwächung der Lieferengpässe in den nächsten drei Monaten. Folglich sind die Unternehmen auch zurückhaltend, was Neueinstellungen angeht und planen daher per Saldo die Zahl ihrer Beschäftigten in den kommenden Monaten unverändert zu lassen.

Der Bundesverband Druck und Medien e. V. (bvdm) ist der Spitzenverband der deutschen Druckindustrie. Als Arbeitgeberverband, politischer Wirtschaftsverband und technischer Fachverband vertritt er die Positionen und Ziele der Druckindustrie gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und der Zulieferindustrie. Getragen wird der bvdm von acht regionalen Verbänden. International ist er über seine Mitgliedschaft bei Intergraf und FESPA organisiert. Zur Druckindustrie gehören aktuell über 7.100 überwiegend kleine und mittelständische Betriebe mit fast 120.000 Beschäftigten.

 

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