180 Unternehmerinnen und Unternehmer haben auf dem zentralen Branchenevent des Bundesverbandes Druck und Medien Herausforderungen und Perspektiven für die Druck- und Medienbetriebe in Deutschland diskutiert. Besonders im Fokus stand Künstliche Intelligenz und deren Anwendung für Druck und Medienunternehmen.
Nach Begrüßung und Einleitung durch den Präsidenten des BVDM, Wolfgang Poppen, erklärte der Bundesminister der Justiz, Dr. Marco Buschmann, dass Unternehmerinnen und Unternehmer vor allem von Bürokratie entlastet werden sollten, um sich um ihr originäres Geschäft kümmern zu können. Für ihn befinde sich Deutschland in einem regelrechten Bürokratie-Burn-Out, den es gelte so schnell wie möglich zu beheben. Alleine mit dem ab 1. Januar 2025 geltenden Meseburger Entlastungspaket solle eine Entlastung von 3,5 Mrd. Erfüllungsaufwand erreicht werden.
Die Hauptgeschäftsführerin des BVDM, Kirsten Hommelhoff betonte, dass sich der BVDM intensiv dafür einsetze, für die Betriebe der Druck- und Medienwirtschaft eine deutliche Entlastung zu erreichen. „Die Rahmenbedingungen für unsere Branche sind nicht einfach. Überbordende Bürokratie und praxisferne Entscheidungen auf europäischer Ebene sind große Herausforderungen für die vorwiegend kleinen und mittelständischen Druck- und Medienbetrieben“, kritisierte sie. Weitere wirtschaftliche Herausforderungen für die Druckbranche sind zudem die Transformation, der Fachkräftemangel und Nachhaltigkeit. Zur Transformation der Branche gehört auch das Leitthema des Deutschen Druck- und Medientages, die Künstliche Intelligenz. „Das verarbeitende Gewerbe, zu dem auch die Druckindustrie zählt, ist in Deutschland Vorreiter beim Einsatz der Künstlichen Intelligenz,“ betonte Kirsten Hommelhoff. Laut Ifo-Institut hat sich die Zahl der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, die KI einsetzen, von 2023 auf 2024 nahezu verdoppelt.
Vorträge von renommierten Experten rund um das Thema KI rundeten den Deutschen Druck- und Medientag 2024 ab. Tobias Kaase, Geschäftsführer der mediaprint solutions GmbH, zeigte auf, wie Unternehmen fit für die Künstliche Intelligenz gemacht werden können. Es brauche drei Stufen der Digitalisierung bis zur KI, war sein Credo.
Neue Wege für die Druck- und Medienbranche mithilfe von KI beschritt Prof. Dr. Thomas Thiessen, Leiter Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur Berlin. Abschließend präsentierte Michael Ehrmantrtaut, Chief Technology Officer und KI für den Öffentlichen Dienst IBM Technology, mit dem Erfolgsprojekt der norwegischen Tageszeitung iTromsø, wie KI erfolgreich in der Praxis eingesetzt werden kann.
Kirsten Hommelhoff zieht ein positives Fazit des Deutschen Druck- und Medientag: „Nach anregenden Diskussionen, Vorträgen und Praxisbeispielen zu Künstlicher Intelligenz und daraus resultierenden Herausforderungen und Chancen nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel Inspiration mit. Aus der Praxis für die Praxis.“Aus der Praxis für die Praxis lautet auch die Devise des Präsidiums des BVDM. Am 20. September 2024 wurde das Präsidium für eine weitere Amtszeit bestätigt.
BVDM
Der Bundesverband Druck und Medien e. V. (bvdm) ist der Spitzenverband der deutschen Druckindustrie. Als Arbeitgeberverband, politischer Wirtschaftsverband und technischer Fachverband vertritt er die Positionen und Ziele der Druckindustrie gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und der Zulieferindustrie. Getragen wird der bvdm von acht regionalen Verbänden. International ist er über seine Mitgliedschaft bei Intergraf und FESPA organisiert. Zur Druckindustrie gehören aktuell rund 6.500 überwiegend kleine und mittelständische Betriebe mit mehr als 106.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.